Emoji: Der Film

  • Kinostart: 03. August 2017
  • Animationsfilm
  • Für Fans von: Angry Birds, Ralph reicht’s 
  • Rotten Tomatoes: 6 %
  • IMDb: 1,4
  • Metascore: 9

Es gab einst eine Zeit, in der Animationsfilme ein Garant für hohe Qualitätsstandards waren. Die fortgeschrittene Technik war kostspielig und Studios konnten einen Flop finanziell nicht verkraften. Omi würde jetzt sagen ,,früher war alles besser“ – und wie Recht sie da doch hätte. Animationsfilme sind die neuen Zeichentrickfilme und werden mittlerweile überall produziert. Schaut man sich nicht gerade einen Disney– oder DreamWorks-Streifen an, weiß man nicht, was man bekommt. Bereits letztes Jahr befand sich Sony mit der fragwürdigen Handy-App-Adaption Angry Birds: Der Film auf dem ansteigenden Ast. Doch Emoji: Der Film – Achtung, Wortspiel – schießt den Vogel endgültig ab. Ein Streifen über WhatsApp-Emoticons? Echt jetzt?

Eine kurze Zusammenfassung der Story gibt’s hier natürlich trotzdem: Die in Textopolis lebenden Emojis leben dafür, von Handynutzern als Smiley gewählt zu werden. Damit hat Gene (Tim Oliver Schultz, Club der roten Bänder) jedoch so seine Probleme, da er – ganz zum Unmut seiner Mitbürger – mehrere Gesichtsausdrücke beherrscht. Der Außenseiter möchte dabei doch nur eins: Wie alle anderen sein. Somit suchen er und seine Weggefährten Jailbreak (YouTuberin Joyce Ilg) und Hi-5 (Christoph Maria Herbst, Stromberg) den Code, der Gene wiederherstellen kann. Dabei kommen Sie an den verschiedensten Stationen in Form von Smartphone-Apps vorbei, bis sie letztendlich erfahren, dass Genes Gesicht harmlos gegen die Gefahr ist, die Textopolis  wirklich bedroht.

Daumen Hoch: Zumindest die originalen Sprechrollen von Emoji: Der Film verzeichnen absolute Profis. An Bord sind Topstars wie James Corden (Into the Woods), Patrick Stewart (Logan), Sängerin Christina Aguilera, Anna Faris (Scary Movie) und Sofia Vergara (Modern Family).

Daumen Runter: Angefangen mit der Idee über die Handlung und Humorlosigkeit bis zur nur soliden Animation eines milliardenschweren (Film-) Imperiums – an Emoji: Der Film ist quasi alles andere miserabel.

Experten-Know-How: Anstatt dieses Films wollte Sony sich eigentlich auf einen Popeye-Animationsstreifen konzentrieren. Doch dann wurden Emoticons immer beliebter und irgendwer hatte den beknackten Einfall, diese zu personifizieren. Popeye wäre definitiv eine bessere Wahl gewesen.

An alle Freunde des guten Kinogeschmacks: Zeigt Großkonzernen wie Sony bei den heutigen Ticketpreisen die rote Karte und spart euch Ausbeuter-Streifen wie Emoji: Der Film. Es ist eine Frechheit uns allen gegenüber, mit bekannten Namen zu werben und uns das Geld für qualitativ niederträchtige und lieblose Animationsfilme aus den Taschen zu ziehen. Definitiv keine Empfehlung.

Song: Fireball by Pitbull feat. John Ryan

Freut euch auf…

Pacific Rim 2: Uprising

Leider wurde Guillermo del Toro durch Steven S. DeKinight (Smallville) ersetzt. Und auch sonst erwartet den Zuschauer in der Fortsetzung des Science-Fiction-Battles Veränderung. Auch wenn über die Story so gut wie noch nichts bekannt ist: Diesmal müssen es John Boyega (Star Wars: Das Erwachen der Macht) und Scott Eastwood (Suicide Squad) gegen Außerirdische aufnehmen.

Voraussichtlicher Kinostart: 01. März 2018

 

Mother!

Diese Worte zergehen auf der Zunge: Jennifer Lawrence  (Die Tribute von Panem) und Javier Bardem (Vicky Cristina Barcelona) in einem Horrordrama von Black Swan-Mistermind Darren Aronofsky. Der Teaser zu Mother! sieht vielversprechend aus.

Voraussichtlicher Kinostart: 14. September 2017

 

Captain Underpants: The First Epic Movie

DreamWorks legt nach und konnte in den USA mit Captain Underpants: The First Epic Movie einen Kritikererfolg landen. Für Animations-Fans ist der Streifen trotz kindlicher Optik also ein Muss.

Voraussichtlicher Kinostart: 12. Oktober 2017

 

Good Time

Robert Pattinson beweist erneut, dass er nicht mehr derselbe Junge aus der Twilight-Saga ist. Im atmosphärischen, schon fast psychedelischen Trailer zu Good Time liefert er Oscar-Niveau ab. An seiner Seite spielt Jennifer Jason Leigh (The Hateful 8).

Voraussichtlicher Kinostart: 02. November 2017

 

 

KINOSTART DER WOCHE

Planet der Affen: Survival

  • Kinostart: 03. August 2017
  • Dystopie
  • Für Fans von: World War Z
  • Rotten Tomatoes: 94 %
  • IMDb: 8,0
  • Metascore: 82

Der Kinosommer 2017 hat bislang einige Glanzleistungen hervorgebracht, obwohl die Jahreszeit aufgrund des guten Wetters als Flaute bekannt ist. Die Krönung der Super-Blockbuster heißt Planet der Affen: Survival, der als (noch) stärker als seine Vorgängerstreifen gilt. Mittlerweile hat sich das auf einem französischen Roman basierende Franchise zu einem Action-Epos gemausert, doch das war nicht immer so.

CaesarGoodbye

Die ruhigere, aber dennoch gewaltige Einleitung setzt 2011 durch die erste Teil der Reboot-Reihe ein. Mit Planet der Affen: Prevolution erschien eine Origin-Story mit Verstand, bei der man Protagonisten und Antagonisten nicht klar kategorisieren konnte und die Beziehung zwischen Schimpanse Caesar und dem Forscher Will Rodman (James Franco, 127 Hours) zu Tränen rührte.

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Wie für eine Spielfilmdramaturgie typisch endet Prevolution mit einem fulminanten Cliffhanger, der in den zweiten Teil – Planet der Affen: Revolution – übergeht. Dieser spielt 10 Jahre später und zeigt die menschlichen Konsequenzen der Ausbreitung der intelligenten Primaten. Die klimatische Vorbereitung auf den finalen Krieg folgte 2014 als groß-inszenierter Blockbuster, inklusive großartigem CGI und erneutem Cliffhanger.

Als zweite Fortsetzung setzt Planet der Affen: Survival nun mitten im Geschehen an: Während der traumatisierte Affe Koba (Toby Kebbell, Warcraft: The Beginning) den Krieg als Weg zur Ausrottung des Menschen sieht, möchte Caesar (Andy Serkis, Der Herr der Ringe) Frieden für sich und seinen Stamm finden. Ein menschlicher Feind, der blutrünstige Colonel (Woody Harrelson, Zombieland),  macht jedoch keinen Unterschied zwischen den Affen und möchte Caesar & Co. mit aller Gewalt auslöschen. Dessen Beschützerinstinkt kippt von Fürsorge in Rachsucht und so machen sich der Schimpanse sowie einige Gefährten auf die Suche nach Colonel, um dem ganzen Wahnsinn ein Ende zu setzen.

Daumen Hoch: Das Autorenduo Rick Jaffa und Amanda Silver (Jurassic World) entwickelte die Filme zu einer der vielschichtigsten Blockbuster-Reihen überhaupt. Für Regisseur Matt Reeves (Cloverfield) ergibt sich dank Planet der Affen: Survival erneut die Herausforderung, reale Schauspieler mit Motion Capture-Darstellern zwischen CGI-Kulissen, Special und Visual Effects zu organisieren. Und wo wir grade bei Motion Capture sind: Die komplexe Verkörperung  der Affen verlangt den Darstellern soviel Vorwissen ab, dass eine Oscarnominierung für Andy Serkis mehr als gerechtfertigt wäre. Diese Darstellung ist nicht zu übertreffen!

Daumen Runter: An der Planet der Affen-Saga haftet ein belächelnder Ruf, vor Allem geprägt durch die 2001er Version von Tim Burton (Alice im Wunderland). Das macht die Trilogie zu eine der meist unterschätzten Filmreihen überhaupt und schreckt Kinogänger (zu unrecht) ab, Geld dafür auszugeben.

Experten-Know-How: Der Roman von Pierre Boulle inspirierte in den 1970er Jahren ein auf fünf Teilen bestehendes Franchise mit Filmlegende Charlton Heston sowie eine Fernseh- und eine Zeichentrickserie. Interessanterweise spielen die Filme zwar immer in der Zukunft, haben aber teilweise Abstände von tausenden Jahren. Die jetzige Trilogie orientiert sich in eine recht realistische Zeitspanne von 2011-2036 ein.

Der Streifen wurde in Amerika schon am 14. Juli veröffentlicht und wird seitdem tatsächlich als Oscar-Kandidat gehandelt. Gut denkbar, dass Planet der Affen: Survival den technischen Kategorien wird der Streifen bestimmt absahnen. Diesen Film sollte man als Kinoliebhaber nicht verpassen. Und: Ein vierter Teil befindet sich bereits in Produktion.

 

 

 

Das Gesetz der Familie

  • Kinostart: 03. August 2017
  • Krimidrama
  • Für Fans von: Bloodline
  • Rotten Tomatoes: 57 %
  • IMDb: 5,9
  • Metascore: 50

Doppel-Debütanten: Gemeinsam feiern Regisseur Adam Smith als auch Autor Alastair Siddons ihre Premiere auf der (semi-)großen Leinwand. Das Gesetz der Familie ist zwar Programmkino-Material, aber mit Stars wie Michael Fassbender (Assassin’s Creed), Brendan Gleeson (Harry Potter) und Rory Kinnear (Skyfall) hochkarätig besetzt. Dies kann sich also im Lebenslauf der Dokumentarfilmer durchaus sehen lassen. Thematisch stellen Sie die eine seit Jahrhunderten immer wieder aufflackernde Familienfrage ,,Ist Blut dicker als Wasser?“ Der Generationskonflikt entsteht für Chad (Michael Fassbender), als er Vater wird. Seine eigene Erziehung durch seinen alten Herren Colby Cutler (Brendan Gleeson) war nicht von gesellschaftlichen Normen, sondern von kriminellen Handlungen geprägt. Seinem Sohn Tyson (Georgie Smith, Cider with Rosie) möchte Chad ein besseres, aufrichtiges Leben ermöglichen. Doch Colby ist von dieser Einstellung ganz und gar nicht begeistert und plant sowohl Chad als auch Georgie in einen finanziell absichernden Raubüberfall mit ein. Für den frischgebackenen Vater Chad steht vor der Entscheidung, ob er sich von Colby ein letztes Mal mitreißen lässt oder sich endlich abnabelt.

Daumen Hoch: Den Soundtrack zu Das Gesetz der Familie liefern The Chemical Brothers (Galvanize), Pioniere des Elektro-Stils Big Beat, der auch schon The Prodigy berühmt machte. Das englische Duo ist mit Regisseur Adam Smith seit 1994 befreundet, 2012 drehte Smith deren Dokumentation The Chemical Brothers: Don’t Think. Der progressive Sound frischt den Streifen definitiv auf und hebt ihn zumindest hier von anderen Mittelmaß-Tragikomödien ab.

Daumen Runter: Adam Smith zeigt, dass er die Grundkenntnisse eines Spielfilms nach Dokumentar-, Kurz- und Musikfilm sehr wohl beherrscht. Für die Qualität von Das Gesetz der Familie verdient er sich in Schulnoten ein „Befriedigend“, da ihm zum ,,Sehr Gut“ Mut und Würze fehlen. Sein Streifen kann dadurch nur bedingt mit dem US-amerikanischen Independent-Filmmarkt mithalten, dessen Produktionen oft ähnliche Handlungen aufweisen, diese aber durch andere cineastische Elemente aufwerten.

Experten-Know-How: Wenn das so weiter geht, hält man sie bald tatsächlich für eine Familie: Brendon Gleeson verkörperte dieses Jahr bereits in Assassin’s Creed den Papa von Michael Fassbenders Figur Cal Lynch.

Kurz und knapp ausgedrückt fehlt Das Gesetz der Familie schlichtweg die Relevanz auf dem Filmmarkt. Die Ansätze eines dramatischen Thrillers reichen nicht aus, um die zum gefühlt hundertsten Mal gesehene Handlung spannender zu gestalten. Fürs „nebenbei schauen“ ist der Streifen aber solide.

 

 

 

The Party

  • Kinostart: 27. Juli 2017
  • Tragikomödie
  • Für Fans von: Der Gott des Gemetzels, Eine Leiche zum Dessert
  • Rotten Tomatoes: 51%
  • IMDb: 4,8
  • Metascore: 58 

Diese Kinowoche endet mit einem Schmankerl für Cineasten: Das Kammerspiel The Party spielt nicht nur in Echtzeit, sondern wurde auch in schwarzweiß abgedreht. Verantwortlich dafür ist Sally Potter, die zuletzt mit Ginger & Rosa – einem Drama über zwei Mädchen, die während der Kubakrise in Amerika aufwachsen – bei Kritikern für positives Aufsehen gesorgt hat. Die Britin ist bekannt dafür, sehr unterschiedliche Filme in ihrer Vita zu haben. The Party ist zum Einen ihr erster Streifen mit einer sehr kurzen Laufzeit (71 Minuten) und zum Anderen ähnelt er mehr einem politischen Theaterstück, als einen Film. Um ihre Wahl als Gesundheitsministerin zu feiern, lädt Janet (Kristin Scott Thomas, Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin) ihre Freunde ein.  Zu denen zählen neben ihrem Ehemann Bill  (Timothy Spall, Harry Potter) auch die beste Freundin April (Patricia Clarkson, Maze Runner) und ihr Partner Gottfried (Bruno Ganz, Der Untergang), der Banker Tom (Cilian Murphy, Inception) sowie das lesbische Paar Martha (Cherry Jones, 24 – Twenty Four) und Jinny (Emily Mortimer, Hugo Cabret). Die Gäste scheinen an diesem Abend jedoch nicht ganz sie selbst zu sein: Der Alkohol und ungewöhnliche Streitereien führen letztendlich zu dunklen Geheimnissen.

Daumen Hoch: Weniger ist mehr: Eine handvoll Darsteller, eine Laufzeit von 71 Minuten, eine Drehzeit von 2 Wochen. Potters Arbeit ist fokussiert, denn die Frau weiß, was sie will. Es gibt nur wenige Regisseurinen/Autorinnen in Hollywood, die sich nehmen können, was sie möchten.

Daumen Runter: Sicherlich zählt The Party nicht zu Jedermanns Geschmack. Die Arthaus-Verpackung plus dem gewöhnungsbedürftigen Humor, den man erst zwischen den Zeilen entdeckt, strengt den Zuschauer möglicherweise mehr an, als dass es ihn unterhält.

Experten-Know-How: Uraufgeführt wurde dieser Streifen im Februar bei den Filmfestspielen unserer Hauptstadt Berlin! Den goldenen Berlinale-Bär konnte The Party allerdings nicht mit nach Hause nehmen.

Den gespaltenen Kritiken zum Trotz muss man The Party eingestehen, etwas frischen Wind in die Lichtspielhäuser zu bringen und den Horizont einiger Leute zu erweitern. Und wenn die Handlung des Streifens mit dem doppeldeutigen Namen (kann im Deutschen Feier und Partei bedeuten) nicht überzeugen sollte, dann zumindest die preisgekrönten Darsteller.

 

 

Freut euch auf…

Schneemann

Die Besetzungsliste des Horrorschockers Schneemann liest sich wie eine Award-Verleihung: Michael Fassbender (Alien: Covenant), Val Kilmer (Batman Forever), J.K. Simmons (Whiplash), Rebecca Ferguson (Girl on the Train), Charlotte Gainsbourg (Nymphomaniac) und Chloe Sevigny (American Horror Story).

Voraussichtlicher Kinostart: 19. Oktober 2017

 

Bright – A Netflix Movie

Der Streaming-Gigant Netflix liefert Kinoniveau ab: Von Regisseur David Ayer (Suicide Squad, Training Day) erscheint mit Bright ein Fantasythriller aus der Feder von Chronicle-Autor Max Landis. Und: Will Smith (Men in Black), Joel Edgerton (Black Mass) und Noomi Rapace (Prometheus – Dunkle Zeichen) haben die Ehre mit unserer Couch.

Voraussichtlicher Start: Dezember 2017

 

Alpha

Ice Age in Ernst: In dem Abenteuerdrama Alpha zeigt Albert Hughes (The Book of Eli) eindrucksvoll das Überleben während der Eiszeit vor 200.000 Jahren.

Voraussichtlicher Kinostart: 02. März 2018

 

Borg /McEnroe

Shia LaBeouf (Transformers) und Sverrir Gudnason (Gentlemen) spielen die Tennis-Rivalen John McEnroe und Björn Borg, die im Wimbledon Turnier von 1980 gegeneinander angetreten sind.

Voraussichtlicher Kinostart: 12. Oktober 2017

EMPFEHLUNG DER WOCHE

Baby Driver

  • Kinostart: 27. Juli 2017
  • Action
  • Erinnert an: The Nice Guys meets The Fast & Furious
  • Rotten Tomatoes: 94 %
  • IMDb: 8,3
  • Metascore: 86

Baby Driver in einer prägnanten Textzeile auszudrücken fällt leicht: Harder, Better, Faster, Stronger. Dabei ist der neue Streifen von Edgar Wright (Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt) gar nicht von Daft Punk geprägt, sondern nach Simon & Garfunkels gleichnamigem Song benannt worden. Musik wird in diesem Actionfilm sowieso ganz groß geschrieben, denn Baby (Ansel Elgort, Das Schicksal ist ein mieser Verräter), ein Fluchtwagenfahrer der Extraklasse, überspielt seinen Tinnitus mit Kopfhörern und lauter Musik auf den Ohren. Ein Vorteil für seine zwielichtige Arbeit, denn zusammen mit seinem einzigartigen Talent macht es ihn zu dem Besten in der Branche. Daran hat auch der skrupellose Gangsterboss Doc (Kevin Spacey, House of Cards) Interesse, für den Baby arbeitet. Umso ärgerlicher ist es für ihn, als Baby die Kellnerin Debora (Lily James, Cinderella) kennen sowie lieben lernt – und anschließend dem kriminellen Lifestyle den Rücken kehren möchte.

Daumen Hoch: Baby Driver gleicht einem 112-minütigem Musikvideo: Es wurde viel Wert darauf gelegt, jede Szene mit Hintergrund-Mucke zu hinterlegen und die Shots angepasst an 4/4-Takte der Songs zu schneiden, damit Visuelles mit Auditivem verschmilzt. Zum coolen Soundtrack (u.A. mit Queen und Blur) trifft eine seit 1995 durchdachte Detailliebe. Beispiel gefällig? Die Charaktere Baby und Deobrah sind durchgängig in schwarz und weiß gekleidet, um Ihnen als Liebenden einen Kontrast zu den anderen Figuren zu schaffen.

Daumen Runter: Da der Streifen direkt in den Anfangssequenzen mit seinem einzigartigen, flotten Stil vorlegt, nimmt die Spannungskurve von Baby Driver leider nicht zu. Macht aber nix, denn Tempo und Spaß bleiben konstant!

Experten-Know-How:. Nicht nur der passende Score war Edgar Wright wichtig, sondern auch, der modernen Kinolandschaft zu huldigen. Von Zurück in die Zukunft bis Austin Powers – dank subtiler Referenzen geht Filmliebhabern das Herz auf. Einen Rekord stellt Baby Driver damit auch gleich auf: Er ist der erste Streifen, der in Amerika das sogenannte R-Rating (Altersfreigabe ab 17 Jahre in den USA)  bekommen hat UND Material eines Disney-Films – nämlich Die Monster-AG – enthält.

Erstmals nach der Cornetto-Trilogie auf sich alleine gestellt, debütiert Edgar Wright grandios mit einem bunten Pop-Actionspektakel, dass sich diesen Sommer niemand entgehen lassen sollte. Baby Driver ist ein Geschenk an Cineasten, die auch mal qualitatives Blockbusterkino schätzen und somit der Geheimtipp des Sommers! 

Song: Tequila by The Champs

KINOSTART DER WOCHE

Dunkirk

  • Kinostart: 27. Juli 2017
  • Kriegsfilm
  • Für Fans von: Herz aus Stahl, Hacksaw Ridge
  • Rotten Tomatoes: 92 %
  • IMDb: 8,8
  • Metascore: 94

Dieser Mann hat eine vorgegebene Comicreihe (The Dark Knight) erfolgreich zu seiner eigenständigen Drama-Trilogie adaptiert und mit Subtilität eine Ahnungslosigkeit aus dem Zuschauer gekitzelt, die das fulminante Ende nur umso überraschender gestaltet hat. Er hat nicht nur erst hunderttausende Gehirnzellen mit dem Thriller Inception überanstrengt, sondern dann auch noch den raffiniertsten Cliffhanger der 2000er Jahre als Lösung hinterlassen. Und bei seinem letzten Projekt, dem Science-Fiction-Epos Interstellar, wäre es schwer verwunderlich, wenn sich die Raumfahrt keine seiner Überlegungen, Berechnungen und Darstellungen abgucken würde. Die Rede ist von Christopher Nolan, Regisseur, Autor, Mastermind und dem Zuschauer immer einen Schritt voraus. Egal, welchem Genre er sich annimmt, der Brite mit amerikanischen Wurzeln übertrifft sein Potenzial von Mal zu Mal.

So ist es jüngst auch mit Dunkirk geschehen: Das Kriegsdrama beruht auf wahren Begebenheiten und wird über den grünen Klee gelobt. Dabei dürfte Nolan, der erneut als Regisseur sowie Autor fungiert, in einem historischen Erlebnis gar keinen Platz für Spekulationen und Fantasie finden…oder? Der ein oder andere benötigt an dieser Stelle wahrscheinlich etwas geschichtliches Hintergrundwissen: Die Schlacht von Dünkirchen fand 1940 inmitten des zweiten Weltkrieges in Frankreich statt. Die französischen und britischen Streitkräfte mussten den dort stationierten Evakuierungshafen vor den Deutschen verteidigen, bis sie 330.000 von 370.000 Soldaten gerettet hatten. Das verlockendste Element seiner Version der Ereignisse hat Nolan schon im Vorfeld verraten; er erzählt aus drei Perspektiven. Vom Strand aus begleitet der Kinogänger die Infanterie aus der Sicht der jungen Soldaten Tommy und Alex, gespielt von den Leindwand-Debütanten Fionn Whitehead und Harry Styles. Die Evakuierungsaktion Operation Dynamo durch die Marine leiten u.A. die Charaktere von Mark Rylance (Bridge of Spies: Der Unterhändler) und Cillian Murphy (Inception). Und um die Luftangriffe kümmert sich die Truppe rund um Mad Max-Star Tom Hardy.

Daumen Hoch: Der Zuschauer kann ein innovatives Zweites-Weltkriegs-Drama erwarten, der 100%ig alles bisher gekannte aus Kriegsfilmen hinter sich lassen wird. Parallele Handlungsstränge aus der Feder von Christopher Nolan? Rigoros und überfällig! Ein weiterer Faktor, der den Streifen so spannend macht: Er soll mit sehr wenigen Dialogen auskommen.

Daumen Runter: Wo ist Michael Caine (Abgang mit Stil)? Nolans Lieblingsdarsteller und Besetzungsgarant ist nicht Teil der Dunkirk-Crew! Und ein weiterer Dauergast fehlt: Bruder Jonathan. Nicht, dass wir es Christopher nicht auch alleine zutrauen. Aber die brüderliche Zusammenarbeit am Skript macht die Familienbande einfach sympathisch.

Experten-Know-How: Die Idee zu Dunkirk kam Christopher Nolan bereits 1992, als er mit seiner jetzigen Ehefrau Emma Thomas, die den Streifen übrigens mitproduziert, in Dünkirchen segeln war. Ein gleichnamiger Film über die Geschehnisse erschien bereits 1958 mit Sir Richard Attenborough (Jurassic Park) in der Hauptrolle – dessen Enkel Will nun in Dunkirk eine kleine Nebenrolle ergattern konnte.

Ein Must-See des 21. Jahrhunderts. Gut denkbar, dass Dunkirk trotz des für die Award-Saison ungünstigen Kinostarts auch noch auf der Oscar-Verleihung 2018 bedacht wird. Christopher Nolan erfindet sich neu und bleibt sich dabei weitestgehend selbst treu. Schenkt man den Kritikern Glauben, hat der Regisseur sogar Inception übertreffen. 

 

 

Freut euch auf… – San Diego Comic Con Edition

Vergangenes Wochenende fand in San Diego erneut die berühmteste Comic Convention der Welt statt. Und so wie die Jahre zuvor schon ist diese DAS Aushängeschild für große Filmverleihe, um ihre kommenden Streifen zu bewerben. Neben neuem Material der Comicgiganten Marvel und DC gab sich hier auch der Streaming-Gigant Netflix die Ehre. Aber seht selbst:

 

Thor: Tag der Entscheidung – Trailer 2 German

Voraussichtlicher Kinostart: 31. Oktober 2017

 

Justice League – Original Trailer 3

Voraussichtlicher Kinostart: 16. November 2017

 

Kingsman: The Golden Circle – Trailer 2 German

Voraussichtlicher Kinostart: 28. September 2017

 

 

Serien

Stranger Things – Season 2 Trailer German

Voraussichtlicher Start: 27. Oktober 2017

 

Marvel’s The Defenders – Trailer 2 German

Voraussichtlicher Start: 18. August 2017

 

Marvel’s Inhumans – Original Trailer 2

Voraussichtlicher Start: 31. August 2017

Wish Upon

  • Kinostart: 27. Juli 2017
  • Horror
  • Für Fans von: Conjuring-Reihe, Ouija
  • Rotten Tomatoes: 20 %
  • IMDb: 4,7
  • Metascore: 30

Ein weiterer Streifen mit Drehbuch aus der Blacklist: Diesmal geht die Verwirklichung auf die Kappe von John R. Leonetti, der vor 3 Jahren mit Annabelle ein enttäuschendes Spin-Off zum Horror-Hit Conjuring abgelegt hat – und das, obwohl er es Cinematograph erfolgreich an Gruselstreifen wie eben Conjuring – Die Heimsuchung oder Insidious mitgearbeitet hat. Nun inszeniert er seinen nächsten Genre-Film, Wish Upon, der mit einer klassischen Highschool-Underdog-Story beginnt: Clare Shannon (Joey King, Conjuring) und ihre beiden Freundinnen Meredith (Sydney Park, The Walking Dead) und June (Shannon Purser, Stranger Things) sind nicht besonders angesagt an ihrer Schule und haben auch mit Mobbing zu kämpfen. Daher hält ihr Vater (Ryan Phillippe, Eiskalte Engel) es für eine gute Idee, Claire eine alte Spieluhr zu vermachen, die angeblich die Erfüllung von sieben Wünschen verspricht. Ohne Glauben an Paranormales, probiert Claire es trotzdem aus und kann es kaum begreifen, als sie schon bald mit ihrem Schwarm und einem dicken Auto zur Schule kommt. Doch die Spieluhr entpuppt sich als dämonischer Fluch, als Claire nach und nach ihre Liebsten wegsterben…

Daumen Hoch: Wish Upon ist ihre erste Hauptrolle! Dabei war die 1999 geborene Joey King schon mit 9 Jahren dick im Geschäft. In ihrer Vita stehen mittlerweile Streifen wie Crazy, Stupid, Love, The Dark Knight Rises und Independence Day: Resurgence. Kings Mentor ist übrigens Scrubs-Star und Filmemacher Zach Braff: Sie spielte in seinen beiden Streifen Wish I Was Here und Abgang mit Stil mit. Eine Pause ist vorerst auch nicht in Sicht – 2018 spielt Joey King die Hauptrolle in Slenderman.

Daumen Runter: Der Trailer entlarvt Wish Upon als oberflächlichen Metzel-Horror ohne Wenn und Aber. Einen intelligenten Gruselfilm kann der Zuschauer kaum erwarten: Gestelzte Dialoge und einfältige Handlungen ziehen den Streifen ins Lächerliche. Nur der obligatorische, abgenutzte Jump-Scare erzwingt dem Publikums ein Kreischen.

Experten-Know-How: Ist das nicht etwa…? Ja, Ryan Phillippe’s Gesicht dürfte dem ein oder anderen noch etwas sagen. In den späten 1990ern zählte er zu den ganz Großen in Hollywood und war zudem mit Kollegin Reese Witherspoon verheiratet. Den Durchbruch erlange er durch den Horrorklassiker Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast und den Kult-Thriller Eiskalte Engel. An die Erfolge konnte er weitestgehend nicht anknüpfen und so verschwand er bald in der Versenkung. Ein Back-To-The-Roots-Comeback dank Wish Upon ist nur schwer vorstellbar.

Man unterscheiden zwei Arten von schlechten Horror-Filmen: 1.) Verwackelte, ausgelutschte Streifen, in denen quasi nichts passiert (Bspw.: Blair Witch, The Bye Bye Man, The Forest) und 2.) zumindest unterhaltsame Streifen, dessen Figuren sich zwar gnadenlos dumm anstellen, aber trotzdem ein Gefühl á la Final Destination vermitteln und uns damit in unsere Teenager-Zeiten zurückversetzen, als man sich noch in Filme ab 16 schleichen musste. Wish Upon gliedert sich als kurzweiliges Vergnügen in die zweite Kategorie ein.